Hotstuff-party – real causes

Hotstuff-Party – Musik, Tanz und Lebensstil als Formen politischer Demonstrationen des gesellschaftlichspolitischen Widerstands des Volkes

Sorry, dass ich jetzt in deutsch schreibe, doch zuerst muss der Text aus mir heraus und dann wird sich der Zeitpunkt finden, an dem er in andere Sprachen, vornehmlich ins Englische, übersetzt wird.

FreundInnen der Nacht! FreundInnen des Tanzes, des Gesangs und der Musik schlechthin!

Hotstuff-Party ist was es besagt. Hotstuff! Und Party ist auch was es besagt! Party! Hotstuff-Party ist die Zusammenführung von guter Musik in guten Destinationen für und mit Leute(n), die Lust auf Party, gute Stimmung und tolle Tanzmusik haben.

Eigentlich ganz einfach!

Doch dann kam alles anders als gedacht. Hotstuff-Party war einst einfach nur eine Werbeseite für Partyveranstaltungen. Ganz stinknormale Parties in einem Kaff irgendwo im Nirgendwo in Niedersachsen im Raum Braunschweig-Wolfsburg-Magdeburg. Ich dachte, es sei gut wenn diese Parties ein Motto hätten und schnell war über eine damalige Bekannte ein aus ihrer Intuition heraus entstandener Name gefunden: Hotstuff-Party! Nichts besonderes und dennoch wohlklingend. Nun, eine alte Halle war auch bald gefunden und los ging es. So weit, so schön!
Im Nachhinein gesehen haben ein Freund und ich eigentlich alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Und so scheiterte dieses Party-Projekt irgendwo im Nirgendwo sang- und klanglos. Nicht, dass die Parties nicht super gewesen wären!? Doch, das waren sie! Doch so richtig konnten wir mit unserem kleinen Budget die Menschen nicht aus ihren Häusern und von ihren Sofas locken, schon gar nicht hier auf dem Land, fernab der Ballungszentren. Aber wir haben s probiert!

Was blieb von dem Hotstuff-Party-Projekt, war die Idee und der Wunsch, Menschen zu guter und vor allem internationaler Musik zusammen zu führen. Diese empathische Intention ist nach wie vor in meinem Herzen. Mich faszinieren die verschiedenen Musikrichtungen. Mich sprechen ursprüngliche Lieder an. Ich mag die Verbindung der Menschen mit ihrer Landschaft, die sie in den vielfältigsten Liedern wiederzugeben in der Lage sind. Ich liebe es, Übersetzungen internationalen Liedesguts zu lesen und stelle fest, dass es, ganz gleich woher die Lieder auch stammen, immer um Liebe, Wahrhaftigkeit, Hass, Unterdrückung und Aufstand gegen Einschränkungen, Repressionen geht, Eifersucht, Neid, Zärtlichkeit u.e.m. geht. Insofern wandelte sich der Begriff der Party dahingehend, dass der kreative Vortrag von Musikstücken, Texten und des Tanzes immer mehr in den Vordergrund rückte und die relative, oberfläche reine Konsumption und oder Teilhabe verdrängte. Das ist m. E. eine qualitative Änderung gewesen. Nichts von Bedeutung. Und hier nur dargelegt, um euch als LerserInnen den Wandel der Seite nachvollziehbarer zu machen.

Und dann kamen die Jahre 2011, 2012 und 2013 und damit die Zeit der großen gesellschaftlichen Demonstrationen in Algerien, Tunesien, Syrien, Ägypten, Jemen, Sudan, Kongo, Griechenland, Spanien, Portugal, Frankreich, Ukraine und vielen anderen Ländern. Ganz aktuell (Dezember 2013/Januar 2014) ist die Ukraine so ein Hot-Spot, denn hier erstreiten sich gerade viele AktivistInnen ein mehr als Selbstbestimmung.

Plötzlich tauchte wie aus dem Nichts ein Edgar Snowden auf und damit die nachweisliche Offenlegung des perfiden, an die Gestapo und die Stasi erinnerenden Systems der NSA in den US und A. Es gab einen „Wikileaks-Assange“ und bei der Recherche über sogenannten Whistleblower findet ihr auch viele deutsche Persönlichkeiten, die ähnliche Wege wie Anssange oder Snowden gegenagen sind oder aktuell noch gehen.

International gesehen engagieren sich immer mehr Menschen für Freiheit, freie Meinungsäusserung, Demokratie und diskriminierungsfreien Zugang zu Bildung und Gesundheitssystem und gehen dafür auf die Straße. Natürlich gibt es noch hunderte anderer Aktivisten, die hier nicht genannt werden. Einen möchte ich dennoch hervorheben. Es ist dies Paul Watson, der sich mit seinen UnterstützerInnen aus aller Welt für die Tierwelt sehr öffentlichkeitswirksam und nachhaltig einsetzt, vor allem den Schutz der Wale. Ihr kennt ganz sicher aus eurem direkten Umfeld auch Menschen, die sich wirksam und nachhaltig engagieren, um Freiheit, Naturschutz, Anti-Atom-Politik, Frauenrechte, Kinderschutz u.v.m. zu verbessern und das nicht nur online und virtuell, sondern ganz konkret und sichtbar auf der Straße. Natürlich wird über diese AktivistInnen herzlich wenig berichtet. Zum Glück gibt es eine TAZ, die sich immer wieder dieser Aktionsgruppen annimmt und auch detaillierter darüber berichtet.

Vielleicht geht es euch genauso und ihr stellt euch die Frage, warum es so viele sich engagierende Menschen gibt ?!? Einer der wesentlichsten Gründe ist meiner Meinung nach dieser: das Internet und damit die globalisierte Informationsbeschaffung sowie der international relativ einfache Austausch von Gedanken wird immer einfacher. Von fast überall ist es heute möglich, Informationen via Twitter u.ä. soziale Netzwerke un die Welt zu senden.

Das ist allerdings nur der technische Hintergrund. Es ist nicht die Ursache. Eine der wesentlichen Ursachen, dass wir jeden Tag aufs Neue vernehmen, dass Menschen gegen Bevormundung, soziale Ungerechtigkeit, disriminierungsfreien Zugang zu Bildung und Information demonstrieren ist der, dass eine menschenverachtende Form des Imperialismus auch globalisiert worden ist. Die Oberfläche des gesellschaftlichen Tagesgeschehens wird nach meinem Empfinden immer öfter von neo-liberalen Denkweisen und damit einer gnadenlosen Ausbeutung von Natur und Menschen geprägt. Das bringt inzwischen hunderttausende Menschen auf die Straßen. Die von wem auch immer verordneten Sparprogramme treffen die gesellschaftlichen Unter- und Mittelschichten am härtesten. Ganz gleich wo auf dieser Welt sichern sich die herrschenden Oberschichten mit Hilfe von Polizei- und Militärapparaten, deren Marionetten sie manchmal sogar sind, ihren ganz egoistischen Zugang zu Reichtum, Information und gesellschaftlichen Machtinstrumenten und enthalten ihn mit Vehemenz Menschen aus anderen gesellschaftlichen Schichten.

Wenn ich dann die Reaktionen der betroffenen Gesellschaftsgruppierungen beobachte, ist mir eines besonders aufgefallen (und das hat einen nachhaltigen Einfluss auf diesen Blog): wenn man hinter die Kulissen schaut und sich fragt, wo beginnen die Widerstände des Volkes, wo genau starten plötzlich Menschen mit ihren Vorhaben, auf die Straße zu gehen und gegen die bestehenden Repressionen und Repressalien offen zu demonstrieren?! Nach meinen Beobachtungen sind sehr häufig Cafés, Clubs, Restaurants und andere öffentliche Treffpunkte wie z. B.  die Schulen und Universitäten die ersten Kommunikationsplattformen. Und in der überwiegenden Zahl meiner eigenen Beobachtungen spielen Musik, Tanz, Vorträge, Lesungen, tänzerische Darbietungen dabei  eine sehr zentrale Rolle! Dass solche kreativen Abläufe oftmals den Kern von gesellschaftlichen Protesten bilden, ist keine neue Beobachtung, denn dieses vermeintlich archaische Muster beflügelt die Menschen in ihrem friedfertigen und kreativen Widerstand gegen was auch immer seit Jahrhunderten, wenn nicht sogar Jahrtausenden.

Der Begriff Hotstuff-Party wandelte sich im Zuge der Beobachtungen zu Beginn, während und nach  Protestgeschehnissen mehr und mehr zu einem Politikum – einem zugegebenermaßen ganz persönlichen Politikum.  Seitdem betrachte ich Musik und Tanz unter dieser eingrenzenden persönlichen Vorgabe und entdecke darin genau die vermeintliche Freiheit wieder, die alle Menschen, ganz gleich wo auch immer sie leben und wirken, anscheinend doch gemeinsam als Ziel haben und sie damit auch miteinander verbindet. Zudem lege ich seit mehreren Jahren ein besonderes Augenmerk auf Berichte von politischen Demonstrationen in aller Welt. Zum Glück habe ich die TAZ und es gibt die TV-Sender Arte, Phönix sowie 3Sat – und natürlich das Internet mit inzwischen unzähligen Blogs aus vielen vielen Ländern, die z. T. ohne jedewede redaktionelle Bearbeitung und damit Beeinflussung Live-Bilder ins Netz stellen und uns fernab des Geschehens ungefiltert informieren.

Was mir dabei persönlich auffällt, und vielleicht geht es euch als LeserInnen auch so, ist die Diskrepanz zwischen der Berichterstattung und den realen Ereignissen. Es hat sich bei den Hauptsendern des ARD und des ZDF einiges getan, was die Objektivität der Berichtserstattung angeht. Vor Jahren noch haben auch diese Sender durchaus einseitig berichtet, z. B. wenn es um Demonstrationen gegen „rechte Parteien und Gruppierungen“ ging. Das ist meiner Meinung nach viel besser geworden und man gibt sich nachweislich Mühe und legt Wert darauf, dass umfassendere Berichtserstattungen stattfinden. Wenn man allerdings Internetblogs ansieht oder die TAZ liest, die über dieselben Demonstrationen und Aktionen berichten, dann stellt man schnell fest, dass es bei ARD und ZDF doch noch, sagen wir mindestens, „redaktionell induzierte“ Informationslücken gibt.

Was mich persönlich besonders berührt, ist folgendes: es gibt anscheinend einen gewaltinduzierenden Ablauf bei den gesellschaftlichen Demonstrationen. Oft genug werden zuerst Bilder und Berichte übermittelt, die Menschen zeigen, die friedlich und tanzend ihrem Protest Ausdruck verleihen. Über kurz oder lang – meist innerhalb von nur wenigen Tagen bis Wochen – ändern sich diese Bilder und Berichte und zeigen mehr und mehr  gewalttätige Auseinandersetzungen.

Woran liegt das?!?

Kann es sein, dass seitens der jeweiligen Staatsmacht die zunächst friedlichen und friedfertigen Demonstrationen staatlicherseits kriminalisiert und brutalisiert werden?! Dass also die sozial und individuell motivierenden kreativen Elemente nach und nach infiltriert werden durch gewaltanheizende, gewaltprovozierende Elemente ?! Oder neigen die DemonstantInnen selbst dazu, Gewalt ins Spiel zu bringen, weil sie während der Demonstrationen durch die meist marzialisch auftretenden Sicherheits- und Ordnungskräfte provoziert werden?!
Ist es gar eine gewollte Diffamierung seitens der Regierenden, die egal wo auf der Welt etwas gegen den sich auf der Straße etablierenden Volkswillen haben?! Kann es sogar sein, dass die bestehenden Herrschersysteme sogenannte „agents provocateurs“ einschleusen, um die friedlichen Demonstrationen absichtlich zu diskreditieren und diffamieren, um so eine sich verbreiternde Solidarisierung der Gesellschaft zu verhindern oder sogar zu unterbinden?!
M. E. scheint es ein solches Muster zu geben. Wie schon angeführt, startet ein überwiegender Teil der beobachteten Demonstrationen friedlich und oft begleitet von Musik, Tanz, Gesprächen und Diskussionen. Nach meist nur kurzen Zeiträumen (das kann tage- oder auch seltener einmal wochen bis monatelang dauern) werden die Demonstrationen deutlich erkennbar „brutalisiert“ und zwar sowohl aktiv und vor Ort, als auch durch entsprechend einseitige, die staatlichen Repressionen rechtfertigende Berichterstattungen nach aussen hin. Statt behutsam vorzugehen und die friedlich demonstrierenden Menschen zu schützen, werden diese meiner Meinung nach mindestens für staatliche Interessen instrumentalisiert oder sogar als staatfeindlich stigmatisiert, indem sie krimininalisiert werden. Und dann hat es sich mal mit den Hotstuff-Party-Elementen, denn dann beginnt ein lebensbedrohlicher Kampf auf der Straße, wo die Protestierenden für gewöhnlich den Kürzeren ziehen. Oder es kommt zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen, die sich dann zu menschenfressenden Molochen ausgestalten.

 DAS ist sicher nicht das Thema, das Hotstuff-Party zum Ziel hat. Hotstuff-Party ist friedlich und zwar durchgehend friedlich und wenn die größten Aufgebote an marzialischst ausgerüstetesten Sicherheitseinheiten gegenüber stehen und überhaupt keine Skrupel haben, auf Befehl loszuschlagen. Hotstuff ist nur dann Hotstuff, wenn es friedlich bleibt. Lieber einmal mehr ausweichen und in andere Bereiche einer Stadt ausweichen und dort die Musik des Widerstandes spielen, als unnütz Gesundheit und gar Leben zu riskieren.